Ein Stapel Fotos in einer Schublade wirkt zunächst sicher, kann aber durch Reibung, klebrige Oberflächen oder wechselnde Feuchtigkeit Schaden nehmen. Eine geeignete Aufbewahrung muss nicht kompliziert sein. Entscheidend sind passende Hüllen beziehungsweise Mappen, ein stabiler sauberer Ort und eine Ordnung, die unnötiges häufiges Anfassen verhindert. Für bereits beschädigte historische Originale gelten zusätzliche Anforderungen.
Den Zustand vor dem Verpacken ansehen
Arbeite auf einer sauberen trockenen Fläche und fasse Abzüge möglichst an den Rändern an. Sortiere verschiedene Größen so, dass kleine Bilder nicht zwischen großen unbemerkt verrutschen. Entferne keine fest haftenden Schichten oder alten Klebestreifen mit Gewalt. Ein abblätterndes oder klebriges Bild braucht andere Behandlung als ein stabiler moderner Abzug.
Wenn Fotos aneinander oder an Glas haften, versuche nicht, sie trocken auseinanderzureißen. Dokumentiere den Zustand und hole bei wichtigen Stücken konservatorischen Rat. Auch Flüssigkeiten oder Haushaltsreiniger sind keine allgemeine Lösung für Flecken auf fotografischen Oberflächen.
Geeignete Hüllen und Schachteln wählen
Verwende Materialien, die ausdrücklich für fotografische Aufbewahrung geeignet sind. Papierhüllen und geeignete Kunststoffhüllen haben unterschiedliche Vorteile; bei empfindlichen oder beschädigten Oberflächen kann die Wahl vom Zustand abhängen. Begriffe wie „archivfest“ allein ersetzen keine konkrete Materialangabe. Produkte mit nachvollziehbaren fotografischen Eignungsprüfungen sind hilfreicher.
Lege schwere Gegenstände nicht auf die Bildstapel. Eine passende Schachtel schützt vor Staub und Licht, sollte die Bilder aber nicht zusammendrücken. Bewahre Abzüge so auf, dass sie unterstützt werden und beim Herausnehmen nicht knicken. Eine zu große Schachtel ohne geordnete Unterteilung kann ebenso unpraktisch sein wie eine zu enge.
Einen stabilen Platz und eine lesbare Ordnung schaffen
Vermeide feuchte Keller, heiße Dachräume und Plätze direkt an Heizkörpern oder Wasserleitungen. Wähle einen möglichst gleichmäßigen Innenraum und lagere die Schachtel nicht unmittelbar auf einem gefährdeten Boden. Ein kleiner Abstand zu möglichen Wasserquellen kann im Alltag viel ausmachen.
Beschrifte bevorzugt die Hülle oder Mappe statt die Bildfläche. Notiere Namen, ungefähres Datum und Herkunft, wenn diese Informationen bekannt sind. Kennzeichne Unsicherheit ausdrücklich. Eine erfundene genaue Datierung ist später schlechter als ein ehrliches „vermutlich Anfang der 1980er Jahre“.
Ergänze bei wichtigen Sammlungen digitale Kopien, aber entsorge die Originale nicht allein deshalb. Ein Scan dokumentiert die sichtbare Information, ersetzt jedoch nicht jedes Materialmerkmal. Kontrolliere den Aufbewahrungsort gelegentlich auf Feuchtigkeit, Schädlinge oder neue Druckstellen.

