Die Bühne sieht gleichmäßig beleuchtet aus, doch das Foto enthält dunkle horizontale Bänder. Bei elektronischem Verschluss kann die zeilenweise Aufnahme auf eine Lichtquelle treffen, deren Helligkeit zeitlich schwankt. Verschiedene Bildbereiche werden dann unter unterschiedlichem Licht erfasst. Weil unsere Wahrnehmung dieses Flimmern nicht immer bemerkt, wirkt der Fehler zunächst wie ein Problem mit der Datei.

Vor der Veranstaltung testen

Fotografiere unter der tatsächlich verwendeten Beleuchtung eine gleichmäßige Fläche und anschließend das Motiv. Probiere mehrere Zeiten, weil die Streifen bei einer Einstellung stark und bei einer anderen kaum sichtbar sein können. Prüfe die gespeicherten Bilder, nicht nur die Live-Vorschau. Verschiedene Verschluss- und Ausleseverfahren können dort andere Ergebnisse zeigen.

Eine Anti-Flimmer-Funktion kann helfen, ist aber nicht in jeder Verschlussart verfügbar und erfasst nicht jede Lichtfrequenz. Manche Kameras besitzen zusätzliche Feinabstimmungen für hohe Flimmerfrequenzen. Welche Funktion passt, steht in der Anleitung des Modells. Eine allgemeine Empfehlung für eine einzige Zeit kann bei unterschiedlich angesteuerten LED-Leuchten scheitern.

Eine Bühne in drei Probeaufnahmen prüfen

Fotografiere vor Beginn einer Veranstaltung eine gleichmäßig beleuchtete Wand oder Bühne mit den vorgesehenen Einstellungen. Verwende dieselbe Lichtquelle, die später die Gesichter beleuchtet. Prüfe die Datei vergrößert, denn schwache Bänder sind auf dem Kameradisplay leicht zu übersehen. Eine Aufnahme der draußen hellen Straße sagt nichts darüber aus, wie sich die Bühnen-LEDs verhalten.

Mache danach eine zweite Aufnahme mit mechanischem Verschluss, sofern vorhanden, und eine dritte mit einer anderen geeigneten Zeit. Wenn sich die Streifen ändern oder verschwinden, hast du einen brauchbaren Hinweis auf die Wechselwirkung von Beleuchtung und Auslesung. Halte Bildhelligkeit und Bildausschnitt soweit möglich vergleichbar. Eine deutlich dunklere Aufnahme kann Streifen nur verstecken, statt das Problem zu lösen.

Wiederhole den Test, wenn die Beleuchtung später gedimmt oder umgeschaltet wird. Die unproblematische Einstellung während des Aufbaus muss bei der eigentlichen Show nicht unverändert funktionieren. Eine Antiflimmerfunktion kann helfen, ist aber vom Kameramodell und der Lichtquelle abhängig. Prüfe zusätzlich Bewegung und Gesichtsausdruck: Eine streifenfreie Aufnahme mit zu langer Zeit kann für die Handlung trotzdem unbrauchbar sein. Der geeignete Kompromiss muss beide Anforderungen erfüllen.

Verschlussart bewusst wechseln

Wenn die Situation Geräusche erlaubt, teste den mechanischen Verschluss. Er kann das Problem verringern, ist aber ebenfalls nicht unter allen Bedingungen frei von Flimmereffekten. Ein elektronischer erster Verschlussvorhang ist wiederum nicht dasselbe wie ein vollständig elektronischer Verschluss. Verwechsle die Namen im Menü nicht.

Eine längere Belichtungszeit kann mehrere Helligkeitsschwankungen mitteln, erhöht aber das Risiko von Motivbewegung. Bei einer ruhigen Innenraumaufnahme ist das oft machbar, bei Tanz oder Sport möglicherweise nicht. Suche deshalb einen brauchbaren Kompromiss aus Bewegungsdarstellung und gleichmäßiger Beleuchtung. Wenn möglich, kann ein anderer Bereich der Bühne mit anderer Lichtquelle helfen.

Nicht mit anderen Streifen verwechseln

Streifen in stark aufgehellten Schatten können andere Ursachen haben als Lichtflimmern. Prüfe, ob die Bänder bereits im normal belichteten Original sichtbar sind und ob sie sich mit der Verschlussart verändern. Farbübergänge mit wenigen Tonwertstufen sind wiederum ein anderes Bearbeitungsproblem. Eine saubere Vergleichsaufnahme unter Tageslicht hilft, Beleuchtung, Aufnahmeverfahren und spätere Verarbeitung auseinanderzuhalten. Bewahre die Testdateien samt Aufnahmedaten auf, damit die funktionierende Kombination später wiederholbar bleibt.

Quellen & weiterführende Informationen