Die Belichtungskorrektur sagt der Kamera, dass das Ergebnis heller oder dunkler werden soll als ihre aktuelle Messung vorsieht. Sie ist besonders nützlich, wenn eine helle Umgebung zu grau oder ein dunkles Motiv zu aufgehellt erscheint. Ein Wert von +1 EV entspricht einer Stufe heller, −1 EV einer Stufe dunkler. Welcher Aufnahmeparameter dafür verändert wird, hängt jedoch vom gewählten Modus ab.

Was die Kamera tatsächlich verändert

In der Blendenvorwahl bei festem ISO bleibt die Blende stehen und die Belichtungszeit ändert sich. Eine positive Korrektur kann damit Bewegungsunschärfe wahrscheinlicher machen. In der Zeitvorwahl verändert sich normalerweise die Blende, solange das Objektiv noch Spielraum hat. Mit Auto-ISO kann zusätzlich die Empfindlichkeitseinstellung beteiligt sein. Beobachte die Werte im Sucher, statt nur auf das Pluszeichen zu achten.

Im manuellen Modus mit fester Zeit, fester Blende und festem ISO kann die Korrektur keine dieser Größen automatisch verändern. Je nach Kamera verschiebt sie dann nur die Referenz der Belichtungsanzeige. Bei M mit Auto-ISO kann sie dagegen über ISO wirken. Diese Kombination ist modellabhängig; ein kurzer Test mit einer gleichmäßig beleuchteten Wand zeigt, was deine Kamera tatsächlich macht.

Vom Testbild zur passenden Korrektur

Fotografiere zunächst ohne Korrektur. Prüfe dann das wichtige Motivdetail und das Histogramm. Ist ein weißes Kleid mattgrau, erhöhe in kleinen Schritten, etwa um ein Drittel oder zwei Drittel einer Stufe. Kontrolliere die Struktur des Stoffes erneut. Ziel ist nicht ein möglichst heller Bildschirm, sondern ein plausibles Weiß mit der gewünschten Zeichnung.

Bei einer dunklen Jacke vor dunkler Wand kann eine negative Korrektur sinnvoll sein, damit die Szene dunkel bleibt. Ein heller Hintergrund hinter einem Gesicht ist komplizierter: Mehr Belichtung verbessert möglicherweise das Gesicht und lässt gleichzeitig den Himmel ausfressen. Die Korrektur verändert das ganze Bild, nicht nur das ausgewählte Gesicht. Für einen zu großen Kontrast braucht es andere Lichtverhältnisse oder zusätzliche Aufhellung.

Nach dem Motivwechsel zurücksehen

Viele Kameras behalten die Korrektur auch für die nächste Aufnahme. Eine Einstellung für Schnee kann deshalb ein späteres Innenraumbild unerwartet aufhellen. Kontrolliere den Wert bei deutlichen Licht- oder Motivwechseln und setze ihn bewusst zurück. Ändert sich nur dein Ausschnitt, kann die Messung ebenfalls anders reagieren. Bei einer Serie unter gleichbleibendem Licht sind feste manuelle Werte manchmal gleichmäßiger als wiederholte Korrekturen einer wechselnden Automatik.

Quellen & weiterführende Informationen