Nach einem Telefonwechsel können alle Bilder in der Galerie erscheinen, obwohl ein Teil nur als Vorschau vorhanden ist und erst bei Bedarf geladen wird. Auch ein über einen Messenger verschicktes Foto kann anders gespeichert sein als die ursprüngliche Aufnahme. Wenn du Originale erhalten möchtest, musst du deshalb den Übertragungsweg und das Ergebnis prüfen, nicht nur die Anzahl sichtbarer Miniaturen.
Festlegen, was erhalten bleiben soll
Zum Original gehören zunächst die ursprüngliche Bilddatei und ihre vorhandenen Metadaten. Eine bearbeitete Fassung ist eine zusätzliche Ausgabe. Bei Live Photos, Bewegungsfotos oder RAW-Aufnahmen können weitere Dateien beziehungsweise besondere Container dazugehören. Eine einzelne JPEG-Kopie kann die sichtbare Ansicht erhalten, ohne alle diese Bestandteile mitzunehmen.
Entscheide auch, ob Alben, Favoriten, Bildunterschriften und Bearbeitungen wichtig sind. Diese Informationen liegen teilweise in einer Mediathek oder Datenbank und nicht vollständig in der Bilddatei. Ein Dateiordner und eine übertragene Fotomediathek erfüllen deshalb nicht automatisch denselben Zweck. Für ein dauerhaftes Archiv kann es sinnvoll sein, unveränderte Originale und fertig bearbeitete Ausgaben getrennt zu bewahren.
Einen ausdrücklich geeigneten Export verwenden
Nutze eine Funktion, die unveränderte Originale exportiert, oder einen dokumentierten Importweg des Geräteherstellers. Bei iCloud-Fotos beschreibt Apple das Laden beziehungsweise Exportieren von Originaldateien. Die verfügbaren Befehle hängen vom Gerät ab. Lies die Optionen im Exportdialog: Eine Einstellung für hohe Qualität ist nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit einer unveränderten Datei.
Bei optimiertem Gerätespeicher kann zuerst ein Download erforderlich sein. Plane dafür eine stabile Verbindung und genügend freien Platz ein. Beginne mit einer kleinen Auswahl aus verschiedenen Aufnahmearten: ein normales Foto, ein bearbeitetes Bild, eine Bewegungsaufnahme und gegebenenfalls RAW. So erkennst du früh, ob dein Weg die benötigten Formate unterstützt, bevor du eine große Mediathek überträgst.
Verwende Messenger oder soziale Netzwerke nicht ungeprüft als Archivtransport. Dienste können Bilder verkleinern, neu komprimieren oder Metadaten entfernen. Manche bieten eine separate Dateiübertragung an; auch dann solltest du eine Probe vergleichen. Eine Bildschirmaufnahme des Fotos ist grundsätzlich eine neue Aufnahme der Anzeige und kein Ersatz für das Original.
Am Zielgerät kontrollieren, bevor etwas gelöscht wird
Öffne mehrere übertragene Dateien am Zielgerät, möglichst auch ohne aktive Internetverbindung. Kontrolliere Pixelmaße, Aufnahmedatum und Dateiformat. Eine gleiche Dateigröße allein beweist keine Identität; für eine bytegenaue Kopie lassen sich zusätzlich Prüfsummen vergleichen. Bei bewusst umgewandelten Formaten sind unterschiedliche Prüfsummen dagegen zu erwarten.
Prüfe Bewegungsanteile und RAW-Dateien mit einer geeigneten Anwendung. Zähle nicht nur Fotos, sondern berücksichtige zugehörige Dateien. Ein exportiertes Original kann außerdem anders aussehen als die bearbeitete Galerieansicht. Das ist nicht automatisch ein Übertragungsfehler, sondern kann bedeuten, dass die Bearbeitung nicht eingerechnet wurde.
Eine kleine Testübertragung vollständig nachvollziehen
Lege für die Probe einen eigenen Zielordner an und exportiere zunächst fünf bis zehn bekannte Aufnahmen. Wähle Bilder, deren Datum, Bearbeitungszustand und Aufnahmeart du erkennen kannst. Halte fest, welche Exportoption verwendet wurde. Öffne anschließend die Dateien direkt aus diesem Ordner und nicht über die weiterhin synchronisierte Galerie. Sonst könntest du unbemerkt noch die Cloudversion prüfen, während die lokale Kopie unvollständig ist.
Trenne für einen zweiten Test die Internetverbindung und öffne die Dateien erneut. Prüfe auch eine stärker vergrößerte Ansicht. Ein sichtbares Vorschaubild beweist allein nicht, dass das vollständige Original lokal vorliegt. Bei einer Bewegungsaufnahme kontrollierst du sowohl das Standbild als auch den bewegten Anteil; bei einem bearbeiteten Foto vergleichst du Original und gewünschte fertige Ausgabe.
Wenn dein Zielprogramm HEIF, RAW oder eine zugehörige Videodatei nicht öffnen kann, unterscheide fehlende Unterstützung von einer beschädigten Übertragung. Bewahre die Quelldatei auf und teste sie in einer kompatiblen Anwendung. Erzeuge bei Bedarf zusätzlich eine verbreitet lesbare JPEG-Kopie, ohne sie mit dem erhaltenen Original gleichzusetzen. Erst wenn dieser kleine Ablauf nachvollziehbar funktioniert, lohnt sich dieselbe Übertragung für die gesamte Sammlung.
Erst nach unabhängiger Sicherung aufräumen
Behalte die Ausgangsdaten, bis die Kopie geprüft und eine weitere unabhängige Sicherung vorhanden ist. Eine synchronisierte Mediathek kann Löschungen auf mehrere Geräte übertragen. Nutze einen zweiten Speicherort daher nur dann als Sicherung, wenn dessen Verhalten tatsächlich verhindert, dass derselbe Löschvorgang auch dort sofort alles entfernt.



