Die 3-2-1-Regel beschreibt einen Ausgangspunkt für die Sicherung wichtiger Dateien: drei Kopien insgesamt, auf zwei unterschiedlichen Speicherarten, davon eine an einem anderen Ort. Die Arbeitsdatei zählt dabei bereits als eine Kopie. Für ein Fotoarchiv bedeutet die Regel mehr als dreimal denselben Ordnernamen zu sehen. Die Kopien müssen tatsächlich vorhanden und wiederherstellbar sein.

Ein Beispiel mit klaren Rollen

Die Arbeitsbilder liegen auf dem Computer. Ein externes Laufwerk erhält regelmäßig eine versionierte Sicherung. Eine weitere Sicherung liegt bei einem geeigneten Cloud-Dienst oder auf einem Datenträger an einem anderen Standort. Das sind drei Rollen: arbeiten, lokal wiederherstellen und einen Verlust am eigenen Standort überstehen.

Welche Speicherarten sinnvoll sind, hängt von Datenmenge, Verbindung und verfügbarer Hardware ab. Zwei Partitionen derselben Festplatte zählen nicht als voneinander unabhängige Datenträger. Ein Defekt dieses Laufwerks betrifft beide. Ebenso schützt eine zweite Platte direkt neben der ersten nur begrenzt vor einem gemeinsamen Schaden durch Wasser oder Diebstahl.

Die Regel ist keine Garantie und kein Ersatz für eine Prüfung der einzelnen Sicherung. Eine unlesbare Kopie oder ein abgelaufener Zugang hilft im Verlustfall nicht. Auch ein Netzwerkspeicher braucht eine zusätzliche Sicherung; mehrere Laufwerke innerhalb eines Geräts können die Verfügbarkeit erhöhen, ersetzen aber keine ältere, getrennt wiederherstellbare Version.

Nicht nur die sichtbaren JPEGs sichern

Zum Archiv gehören gegebenenfalls RAW-Dateien, Begleitdateien, Bearbeitungskataloge und die endgültigen Ausgaben wichtiger Projekte. Ein Katalog kann Bewertungen und Bearbeitungsschritte enthalten, ohne die Originalfotos selbst einzuschließen. Prüfe deshalb getrennt, ob sowohl die Bilder als auch die Informationen zu ihrer Bearbeitung erfasst werden.

Notiere außerdem, wie eine Wiederherstellung begonnen wird. Wenn die Anleitung ausschließlich auf dem ausgefallenen Computer liegt, fehlt sie genau dann, wenn sie gebraucht wird. Zugangsinformationen müssen sicher verwahrt werden; eine öffentlich lesbare Textdatei neben den Fotos ist dafür kein geeigneter Platz.

Den Rhythmus am möglichen Verlust ausrichten

Nach einer wichtigen Aufnahme ist eine neue Sicherung sinnvoll, bevor die Speicherkarte wiederverwendet wird. Wer nur monatlich sichert, kann im ungünstigen Fall die Bilder des gesamten Monats verlieren. Der passende Rhythmus ergibt sich aus der Menge neuer Arbeit, nicht aus einer universellen Kalenderregel.

Kontrolliere gelegentlich, ob neue Ordner tatsächlich im Sicherungsumfang liegen. Ein sauber eingerichtetes System kann später lückenhaft werden, wenn Fotos auf ein anderes Laufwerk wandern. Stelle eine Auswahl aus verschiedenen Zeiträumen testweise wieder her und prüfe neben dem Öffnen auch Pixelmaße und zugehörige Bearbeitungsdaten.

Quellen & weiterführende Informationen